Lesung aus Kritik des Liebeslieds: Versuch einer materialistischen Musiksoziologie, Moderation: Lars Fleischmann
23.11.2026, 19:00h
Wichtig: Die Veranstaltungen in der BASTION finden bei freiem Eintritt statt und sind öffentlich. Um an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können, müsst ihr euch im Vorfeld verbindlich anmelden. Kommt also bitte nicht einfach vorbei, sondern schickt uns eine Nachricht per Mail, bzw. ruft uns unter 0234 - 911 77 90 an.
Philipp Wulf ist nicht nur Professor für Kulturelle Bildung, Ästhetik und Medien, sondern auch der Schlagzeuger der Band Messer. Bei uns liest er aus seinem Buch Kritik des Liebeslieds - Versuch einer materialistischen Musiksoziologie, das am 05. November beim XS-Verlag erscheint. Moderiert wird die Veranstaltung vom Musikjournalisten Lars Fleischmann.
Von den Beatles bis Taylor Swift feiert der Pop die Liebe als Instanz zur Erlangung existenziellen Glücks. Als Hegelsche »Kunst des Gemüts, die sich unmittelbar an das Gemüt selber wendet«, erscheint die Musik zudem als die für das Gefühl prädestinierte Kunstform. Doch das Liebeslied ist kein bloßes Genre, sondern die ästhetische Form, in der das Subjekt seine in der Konkurrenzgesellschaft konstituierte Gefühlswelt verhandelt.
Kenntnisreich untersucht Philipp Wulf die Genese des romantischen Liebesbegriffs, die Ästhetik von Pathos und Sentimentalität, Phänomene wie Guilty Pleasure oder das bewusste, distinguierte Konsumieren von Kitsch via Camp. Seine ideologiekritische Studie ist eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Voraussetzungen unseres Hörens und Empfindens – und zugleich eine implizite Liebeserklärung an die Kunstform des Popsongs.
"Ich mache keinen Hehl daraus: Wir stehen uns sehr nahe (und ich habe durch ihn denken gelernt). Was mir seit zwanzig Jahren immer wieder durch den Kopf geht: Warum schreibt er das nicht mal alles auf, damit nicht nur ich davon profitiere, was für ein gnadenloser, wacher Geist er ist. Nun ist es endlich da, Philipp J. Wulfs Buch über die Liebe und damit über so ziemlich alles!" Hendrik Otremba
Über Philipp Wulf: Philipp Wulf, geboren 1987, ist Professor für Kulturelle Bildung, Ästhetik und Medien mit dem Forschungsschwerpunkt Kultur und Ideologie. 2020 erschien seine Dissertation »Aber Tote weinen nicht«. Komisches Schreiben im Nachexil bei Alfred Polgar, Albert Drach und Georg Kreisler. Als Musiker ist er Schlagzeuger der Gruppe Messer. Er lebt in Hamburg.